Die ersten Wochen im neuen Haus

Rechtzeitig vor Weihnachten sind wir ins neue Haus eingezogen. Zumindest größtenteils, in unsere bisherige Wohnung hat doch viel (!!) mehr Zeugs gepasst als wir dachten. Das braucht alles seine Zeit bis alles sortiert ist und seinen neuen Platz gefunden hat. Es ist alles noch recht chaotisch und nicht so richtig wohnlich, da wir noch keine Zeit hatten, uns mit dem Einrichten so richtig zu beschäftigen. Zum Glück hatten wir auf den Rat unseres Bauleiters gehört und die Wohnung erst auf Ende Januar gekündigt.

Die ersten Probleme mit der Heizung haben nicht lange auf sich warten lassen. Nicht dass es zu kalt wäre, im Gegenteil. Wir hatten über 23°C in allen Räumen, und die Vitocal ignorierte jegliche Versuche, die Raumtemperatur zu ändern. Eine Änderung der Soll-Temperatur und der Heizkurve hat nichts bewirkt, die Vorlauftemperatur blieb ungeachtet aller Einstellungen auf 32-36°C. Etwas unerfreut war ich auch, als ich Anfang Januar auf den Stromzähler geschaut habe. In 25 Tagen hat die Vitocal Wärmepumpe rund 800 kWh für Heizung und Warmwasser verbraucht. Daraufhin habe ich mich etwas näher damit befasst, die Viessmann Unterlagen durchgeschaut und die ViCare App installiert. Damit kann man per Smartphone auf die Heizung zugreifen und den aktuellen Status anschauen. So habe ich dann entdeckt, dass die Heizung ständig am Aufheizen und Abkühlen des Warmwassers ist. Erst wird es aufgeheizt auf 48°, rund 20 Minuten später ist es wieder auf 42°C abgekühlt, dann wird es wieder aufgeheizt auf 48°C. Als der Fachmann dann Mitte Januar vorbei kam, war die Ursache auch schnell gefunden. Das 3-Wege-Umschaltventil, welches den Vorlauf zwischen Fußbodenheizung und Warmwasserspeicher umschaltet, hat einen kleinen fummeligen Blechhebel mit dem man das Ventil auf manuellen Betrieb stellen kann. In dieser Position stand es also, und machte dann beide Seiten halb auf, d.h. das Heizwasser lief ständig durch die FBH und den Warmwasserspeicher. Seit das nun behoben ist, passt die Vorlauftemperatur und die Temperatur im Warmwasserspeicher hält sich auch länger. Allerdings macht seither das Überströmventil recht laute Strömungsgeräusche, die vor allem nachts gut zu hören sind. Nach Absprache mit dem Fachmann habe ich die Leistung der Sekundärpumpe dann von 100% auf 70% reduziert, damit ist es ruhiger. Nun muss allerdings der Installateur doch noch einmal kommen, da der hydraulische Abgleich gemacht wurde als das Umschaltventil nicht richtig lief. Das muss jetzt nochmal mit dem richtigen Durchfluss kontrolliert werden. Und der Wasserdruck im Heizkreis ist von etwas über 2 bar auf nur rund 1 bar abgesunken, vermutlich hat sich die Membran im Ausdehnungsgefäß erst jetzt richtig entfaltet. Da muss also auch nochmal nachgebessert werden.

Auch mit der Lüftungsanlage musste ich mich erst etwas genauer befassen. Anfangs war ein recht kalter Luftzug unter den Deckenauslässen zu spüren. Auf Empfehlung des Fachmanns war die Lufttemperatur auf 19° eingestellt, damit das Heizregister nicht zu stark elektrisch aufheizen muss. Inzwischen habe ich aber nochmal genauer hin geschaut. Der Vitovent 200-W hat gar kein elektrisches Heizregister um die Luft auf Raumtemperatur zu heizen, nur ein vorgeschaltetes Heizregister um eine Vereisung zu verhindern. Dafür hat die eingestellte Raumtemperatur eine ganz andere Funktion: Wenn die Abluft wärmer ist als die eingestellte Raumtemperatur, wird die Bypassklappe geöffnet und somit der Wärmetauscher umgangen. D.h. da unsere Abluft über 20° hatte und als Raumtemperatur nur 19° eingestellt waren, wurde die kalte Außenluft direkt rein geblasen. Diese Funktion ist eigentlich für den Sommer gedacht. Seit ich die Lufttemperatur auf 23° gestellt habe, ist der Wärmetauscher aktiv und die Zuluft wird mit der Abluft aufgewärmt. Zwar ist immernoch ein Luftzug unter den Deckenauslässen zu spüren, aber nichtmehr so störend wie mit der kalten Luft. Aber es ist schon erstaunlich wie gut die Luft selbst bei niedriger Stufe ständig ausgetauscht wird. An Silvester hatten wir die Lüftung nachts abgeschaltet um den Böllergestank nicht ins Haus zu befördern. Am nächsten Morgen waren die Dachfenster innen beschlagen, das passiert bei eingeschalteter Lüftung selbst auf reduzierter und kaum hörbarer Stufe nicht. Insofern sind wir mit dieser Entscheidung für die Lüftungsanlage bisher voll zufrieden. Morgens in frischer Luft aufzuwachen ist jedenfalls sehr angenehm.

Ebenso erfreulich ist, dass unser Kaminofen hervorragend funktioniert. Unser sehr freundlicher und gut gelaunter Schornsteinfeger (das ist ernst gemeint!) war kurzfristig vor Weihnachten noch zur Abnahme da und hat erklärt worauf wir achten müssen. Es ist jedes Mal eine Freude das Feuer anzuzünden und anzuschauen 🙂

Unsere Bäder sind nun auch endlich fertig, gestern wurden die Glaswände an den Duschen montiert. Nun sind wir den ollen Duschvorhang endlich los, den wir solange eingespannt hatten.

Nach der Abnahme hatte ich noch festgestellt, dass die Lichtschachtgitter nicht in die Betonkästen passen. Entweder sind die Lichtschächte zu dicht am Haus, oder der Putz ist zu dick geworden. Jedenfalls gehen die Gitter nicht rein. Mal sehen wann sich jemand darum bemüht.

Gewebespachtelung, Treppe, Isolierung

Letzte Woche ist nicht viel passiert, daher hatte ich auch noch nichts berichtet. Die Gewebespachtelung wurde noch an allen Außenwänden gemacht, die dann erstmal trocknen musste. Inzwischen könnte der Oberputz angebracht werden, aber Nachts haben wir Frost um -3°C, deshalb geht es hier im Moment noch nicht weiter.

Der Elektriker war noch da und hat im Bad die Löcher für die Einbaustrahler gebohrt. Wie berichtet, hatten die Trockenbauer hier ja die Kabel einfach unter den Gipskartonplatten verschwinden lassen. Mit Draht, Spiegel und Taschenlampe bewaffnet habe ich die Kabel inzwischen selbst aus den Löchern gefischt um dieses Thema mal abzuschliessen.

Das Highlight dieser Woche war die Treppe, die von der Firma Bucher geliefert und montiert wurde. Der Monteur war fleissig und ist erst spät Abends gegangen als alles fertig und gut verpackt war. Man sieht vom Holz noch nicht viel, aber sie läuft sich gut und vor allem sehr ruhig Dank der Bucher Gummilager.

Heute wurden dann noch im Technikraum die Heizungsrohre und Warmwasserleitungen isoliert.

Apropos Heizungsrohre. Die Schaugläser der Durchflussregler sind voll mit einer rostigen Brühe, was aber wohl normal sei bis der Sauerstoff aus dem Wasser gebunden ist. Sieht jedenfalls nicht schön aus. Hier hätte ich noch mehr zu berichten, belasse es jetzt aber erstmal bei diesem Bild:

Nachdem wir bezüglich Maler und Fliesenleger nun von Woche zu Woche “vertröstet” wurden, aber dann bisher doch noch nichts passiert ist, verdichten sich nun die Anzeichen, dass es tatsächlich bald los gehen könnte 🙂 Wird aber auch höchste Zeit, denn das Jahr ist bald zu Ende und somit rückt auch die geplante Übergabe wieder ein gutes Stück näher.

Heizung, Maler, Badewanne und Netzwerkschrank

Wie die Überschrift schon vermuten lässt, gibt es diese Woche mehr zu berichten. Am Dienstag hatten wir eine Besprechung mit dem Fliesenleger und mit dem Maler, um einige Dinge vor Ort festzulegen. Parallel dazu war der Heizungsbauer da, um unsere Wärmepumpe in Betrieb zu nehmen und die Estrichaufheizung zu starten. Das hat auch problemlos funktioniert, bis auf zwei schwarze Streifen im Display.

Von Tag zu Tag steigen nun die Temperaturen, heute waren wir bei einer Vorlauftemperatur von 40°C.

Damit haben wir ein Klima wie im Dampfbad (nicht vorteilhaft für Brillenträger…): Im DG knapp 27°C, im EG etwa 25°C und im Keller rund 20°C, da wir hier nur im Flur und in einem Raum Fußbodenheizung haben. In allen Stockwerken morgens eine Luftfeuchtigkeit von 100%, der Wasserdampf kondensiert an den Fenstern und bildet dort die eine oder andere Pfütze. Ganz besonders an den beiden Dachfenstern die nur 2-fach verglast sind. Regelmäßiges Stoßlüften und Fenster abtrocknen ist dringend angesagt, damit die Feuchtigkeit nach draussen kommt.

Im EG und DG funktioniert das mit den vielen Fenstern gut, im Keller dagegen passiert mit den kleinen Fenstern nicht viel. Um auch hier für Durchzug zu sorgen, habe ich nun kurzerhand ein Gebläse besorgt das mächtig Wind macht. So lässt sich auch hier die Luft zügig austauschen.

Für Mittwoch hatte sich Unitymedia angekündigt, um die Hausinstallation zu machen. Auch das hat geklappt, der Techniker war da und hat den Verstärker und Verteiler für den Kabelanschluss eingebaut und eine Multimediadose angeschlossen.

Um die ganzen Netzwerkkabel für unser Heimnetzwerk anzuschliessen, hatte ich einen kleinen Netzwerkschrank besorgt und diese Woche montiert. Die Kabel werde ich dann noch an einem Patchfeld auflegen und einen Switch einbauen. Auch das Kabelmodem soll dort im Schrank untergebracht werden.

Am Donnerstag und Freitag haben die Maler das Dachgebälk aussen gestrichen. Wir haben uns für einen hellen Grauton entschieden.

Am Freitag war der Sanitär-Installateur da, um die Badewanne, Duschwanne und die Rinne für unsere geflieste Dusche im EG einzubauen.

An der Aussparung für die Dusche im Estrich sieht man nun seitlich nochmal sehr schön den Fußboden-Aufbau:

Und eine Überraschung gab es auch noch, am Mittwoch wurde “unser” Kran abgebaut. Da ich sowieso auf den Unitymedia Techniker warten musste, hatte ich so wenigstens ein Unterhaltungsprogramm 😉

Nun ist er also weg. Lange mussten wir warten bis er kommt, und noch länger bis er wieder geht. Trotz seines erstaunlichen Alters hat er jedoch zuverlässig seinen Dienst verrichtet. Tschüss Kran!

Unterdämmung und Fußbodenheizung verlegt

Am Donnerstag wurde die Unterdämmung auf allen Böden im UG, EG, und DG verlegt. Die Dämmung besteht aus einer 5 bzw. 6cm dicken Styroporplatte, und darauf eine 2cm dicke “Tackerplatte” auf der dann die Fußbodenheizung befestigt wird. Im UG wurde zusätzlich unter der Dämmung noch eine Polymerbitumenbahn als Dampfsperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit aus der Bodenplatte eingebaut.

Da sich die Handwerker auf der Baustelle, ich nenne es mal vorsichtig “nicht gerade vorbildlich” verhalten haben und ich abends die eine oder andere unangenehme Überraschung vorgefunden habe, war mein Misstrauen geweckt. Da mir die Bitumenbahn zur Abdichtung relativ wichtig erscheint, man diese aber nichtmehr sehen kann nachdem die Styropor- und Tackerplatten verlegt sind, habe ich beschlossen, mal eine Stichprobe zu machen und unter eine dieser Platten zu schauen, ob die Bitumenbahn ordentlich eingebaut ist. Die gute Nachricht ist, sie war vorhanden. Allerdings war die Verklebung nur an der Längsseite, die Stöße an den Kopfseiten waren zwar überlappend, aber nicht verklebt. In der Denkinger Leistungsbeschreibung steht ausdrücklich, dass die Dampfsperrbahn “verschweisst bzw. verklebt” wird. Was mir gegen Diffusionsfeuchte auch sehr sinnvoll erscheint.

Am Freitagmorgen habe ich dann dann mit unserem Bauleiter telefoniert, er hat sofort Rücksprache mit dem Estrichleger gehalten, dieser wiederum kam dann schon eine halbe Stunde später auf die Baustelle um sich die Sache anzuschauen. Er war wirklich sehr freundlich und hilfsbereit und hat seine Sicht der Dinge erklärt. Nach seiner Auskunft ist es nach DIN nicht erforderlich, dass die Bahnen verklebt werden. Eine Überlappung sei ausreichend. Durch das Gewicht des Estrichs werden wohl die Polymerbitumenbahnen, die ja aus verschiedenen Schichten, u.a. einer Aluminiumschicht bestehen, so zusammengepresst, dass die Überlappung dicht wird. Er hat die Stelle dann, wohl eher zur Beruhigung meines Gewissens, mit Gewebeband überklebt, so dass es zumindest mal dicht aussieht.

Nochmal zurück zur Denkinger Leistungsbeschreibung, dort ist die Knauf Typ Katja Dampfsperrbahn oder gleichwertig genannt. Im Datenblatt dieser Knauf Katja, steht folgendes unter “Verarbeitung”:

Die Verklebung an den Längsstößen erfolgt nach Abziehen
beider Folienstreifen durch Andrücken des Stoßes.
Kopfstöße werden mit selbstklebenden Anschlussstreifen abgedichtet.

Also, aus meiner Sicht nicht 100%ig perfekt, oder zumindest so dass man darüber diskutieren könnte wie es denn nun richtig wäre. Aber wie auch immer, die Längsseiten sind ja verklebt, und an den Kopfseiten sollten es hoffentlich nicht allzu viele Stöße sein. Ob das jetzt gut ist oder nicht sehen wir wahrscheinlich erst in ein paar Jahren oder Jahrzehnten.

Davon abgesehen blieb auch nicht viel Zeit für weitere Dikussionen, denn am Freitag war parallel auch schon der Heizungsbauer dabei, die Rohre für die Fußbodenheizung zu verlegen.

So sieht die Dampfsperrbahn unter dem Styropor aus:

Und das hier ist die beschriebene Stelle die zwar überlappt, aber nicht verklebt ist:

Und so sieht die verlegte Fußbodenheizung aus:

Zwischen den Rohren die auf dem Beton verlegt sind, wurde mit einem Granulat aufgefüllt: